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Ältere Bildmeditationen

Unsere kleine Bildmeditation

Balafonspieler und RUTH-Preisträger Aly Keïta von der Elfenbeinküste und ...
... Morin Khuur-Spieler Enkh Jargal (Epi) aus der Mongolei auf dem 19. TFF Rudolstadt. (Fotos © Schmiedel)

 

 

Musik verbindet die Menschen, Völker und Nationen, heißt es oft. Das stimmt so generell zwar nicht, denn manchmal trennen unterschiedliche Musikgeschmäcker die Menschen voneinander, und manche Lieder und Musikstücke betonen so sehr die jeweiligen nationalen und ethnischen Eigenheiten, dass sie Menschen anderer Völker ausschließen.

Aber es gibt tatsächlich so wunderbare Beispiele, bei denen es wirklich so ist. Da spielen Afrikaner, Ostasiaten und Europäer zusammen, da begeistern sich Menschen für fremde Klänge, die ihren Seelen Flügel verleihen, da überwinden Musikstile die Grenzen der Sprachen, fusionieren, bereichern, verändern sich und die Musik der Kulturen, in die sie hinein wandern, und es entsteht ständig Neues, ohne dass die Wurzeln gekappt werden. Auch Deutschland ist voller Musik aus allen Gegenden der Erde. Einwanderer und Touristen bringen sie mit, man kann sie hören in Konzerten, bei Sessions und auf Festivals, wenn auch viel zu wenig im Radio und Fernsehen, es gibt Wettbewerbe, bei denen zwar nur wenige die Trophäen und Preisgelder erhalten, letztlich aber keiner verliert, sondern alle gewinnen, Musiker wie Zuhörer, die sich einlassen können auf neue Töne und Rhythmen und neue Hörgewohnheiten, oder aber in vordergründig Exotischem Altbekanntes und Geliebtes entdecken können. (MAS)

 

Hier finden Sie die älteren Bildmeditationen.

 

 

 

 

Juni/Juli 2009

Baum am Wegesrand (Kreta)
Quelle des Munzur (Türkei) (Fotos © Hıdır Çelik)

Leben

Leben
wie ein Baum
einzeln und frei
und brüderlich
wie ein Wald
dies ist unsere Sehnsucht   

Yaşamak

yaşamak bir ağac gibi
tek ve hür
Ve bir orman gibi
kardeşcesine
Bu
Hasret bizim

Nazım Hikmet

  
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Der Fluss

Der Fluss fließt,
es fließt der Fluss
singend seine Lieder
sie wollen den Fluß trocknen
aber
die Quelle des Flusses
wird nicht austrocknen...!    

  

Irmak

Irmak akıyor
akıyor Irmak
türkü söyleyerek
Irmağı kurutmak istiyorlar
Ama
Irmağın kaynağı kurumuyorki...!
 

Hıdır Erin Çelik

aus: Hasretimden Kesitler (Gedichtband Türkisch), Istanbul/Türkei 1991
Übersetzt vom Autor selbst

Juni 2009


Nördlicher Abendhimmel von Siegburg aus (Fotos: Michael A. Schmiedel)

 

Deutschland ist zwar noch nicht Skandinavien, aber auch hier ist es im Juni spürbar länger hell. Wenn an einem Juniabend eine Wolkenbank aufzieht, zaubert die Sonne manchmal kleine Regenbögen in sie hinein und später bildet sie einen hellen Spalt zwischen der Dunkelheit des Landes und der der Wolken.

Helligkeit und Dunkelheit, Sonne und Regen sind für uns Menschen uralte Symbole für das Leben und den Tod, ohne dass man eindeutig sagen könnte, welches nun für das Leben und was für den Tod steht. Im Juni jedenfalls scheint uns das Leben geradezu unzerstörbar zu sein, so sehr strebt es nach seiner Reife hin. Und dennoch: Die Sommersonnenwende am 21. Juni ist zugleich die Marke für den irgendwann wieder kommenden Herbst und Winter. Aber wer mag jetzt schon daran denken? (MAS)

 

 

 

 

 

Maikäfer in Bonn.
Maiglöckchen in Siegburg. (Fotos: Schmiedel)

Mai 2009

Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen,
Die Bäume schlagen aus,
Da bleibe, wer Lust hat,
Mit Sorgen zu Haus!
Wie die Wolken wandern
Am himmlischen Zelt,
So steht auch mir der Sinn
In die weite, weite Welt.

Herr Vater, Frau Mutter,
Daß Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne
Mein glück mir noch blüht;
Es gibt so manche Straße,
Da nimmer ich marschiert,
Es gibt so manchen Wein,
Den ich nimmer noch probiert.


...mehr Strophen und Fotos    

 

 

 

 


Japanische Zierkirschbäume am Tor zur Bonner Altstadt in volle Blüte. (Fotos: Çelik)

April / Mai 2009

 

 

 

 

 

Von weit her kommen diese Bäume oder ihre Vorfahren, nämlich aus Japan. Sie sind Migranten, nicht anders als viele Menschen, die in der Bonner Altstadt wohnen. Jetzt im April tragen sie ihr schönstes Kleid und begrüßen jeden Bewohner und jeden Gast mit der Botschaft: Komme herein, fühl dich wohl und lass dich bezaubern und entdecke deine eigene Schönheit im Spiegel unserer Blüten.  (MAS)

 

Hier gibt es eine Bildergalerie mit mehr Fotos von den Japanischen Zierkirschen.

 

 

Krokusse zwischen Wegplatten in unserm Garten in Siegburg.
Huflattich in einem Kellerschacht in Neuwied. (Fotos: Schmiedel)

März / April 2009

Frühling ist es, das Leben bricht sich neu die Bahn zu neuem Grün und neuer Blüte. Nicht jede Blume hat es dabei leicht und wächst, wo Erde und Licht im Überfluss vorhanden sind. Einige haben es sehr schwer, aber ihr Lebenswille ist ungebrochen.






Für die Römer begann im März das neue Jahr, für Perser und Kurden beginnt es nach wie vor mit dem Frühlingsanfang, der Tag-und-Nacht-Gleiche. In diesem Sinn wünschen wir allen Leserinnen und Lesern einen schönen Frühling, voller Hoffnung, voller Liebe, voller Kraft, voller Freude und voller Leben! (MAS)

Gaukler auf der Rambla in Barcelona.
Die Sagrada Familia Kirche von Antoni Gaudi. (Fotos: Çelik)

März 2009







Was du nicht kennst,
das, meinst du, soll nicht gelten?
Du meinst, daß Phantasie nicht wirklich sei?
Aus ihr allein erwachsen künftige Welten:
In dem, was wir erschaffen, sind wir frei.

 

Michael Ende (1929-1995),
aus dem Gauklermärchen (1982)

Parkplatz im Gewerbegebiet Händelstraße in Siegburg.
Ahornknospen mit Regentropfen an eben diesem Parkplatz. (Fotos: Schmiedel)

Februar / März 2009

 




Wenn der Schnee geschmolzen (sofern es welchen gab) und Karneval vorüber ist, warten die meisten Menschen nur noch sehnsuchtsvoll auf den Frühling, auf das erste Grün und die ersten Blumen. Nichts mögen die meisten weniger, als graue, trübe, verregnete Wintertage.  Missmutig verrichten sie oft die Erledigungen des Alltags. Und dabei übersehen sie oft die kleinen Wunder am Wegesrand, sehen zwar den grauen Parkplatz im Gewerbegebiet, vielleicht auch die kahlen Bäume an dessen Rand, aber schauen nicht genauer hin. Gerade das aber lohnt sich, wie zum Beispiel der Blick auf die ebenfalls auf den Frühling wartenden Knospen der Bäume, an denen nicht nur dekorativ, sondern lebenspendend Regentropfen hängen. (MAS)

 

 

 

Rheinischer Karneval: Junge im Kostüm des Niederlahnsteiner Carnevalsvereins (NCV) beim Oberlahnsteiner Rosenmontagszug 1985.
Schwäbisch-Alemannische Fasnet: Ein Ahland auf dem Narrenumzug in Rottenburg am Neckar 1989. (Fotos: Schmiedel)

Februar 2009

 

 

 

 

 

"Alaaf!", "Hellau!", "Ahoi!", "Narri! Narro!" oder gar "Schmecksch d'r Brägel? Aijoo!" erklingt es in diesen Wochen rheinauf und rheinab und auch abseits des großen Stromes. Es ist Karneval, Fastnacht, Fasching, Fastelovend, Fasenacht, Fasnet, ein Konklomerat aus Winteraustreibung, Fruchtbarkeitszauber, Beginn der Fastenzeit, Kritik an den Obrigkeiten in Politik, Wirtschaft, Religion und überhaupt, Herumgealbere und einfach Spaß an der Freude. Wer neu nach Deutschland kommt - sogange nicht zum Beispiel Italien oder Brasilien sein Herkunftsland ist - mag sich wundern, ebenso aber, wer aus dem Norden oder Osten Deutschlands kommt. Er oder sie mag sich fragen: "Sind die denn alle verrückt geworden?". Und veilleicht bekommt er oder sie die Antwort: "Klar doch! Guck nicht so muffelig, trink lieber einen mit!" (MAS)

 

 

Lesen Sie auch den Artikel von Larysa Vorobyova. 
Wenn Sie wollen, auch auf Russisch.

 

Und vielleicht interessiert Sie diese aktuelle Meldungen:
Erster Türkischer Karnevalsverein in Deutschland gegründet.

Erster Afrikanischer Karnevalsprinz in Deutschland.

 

 

Der Rhein bei Rhöndorf mit Blick zum Rolandsbogen.
Der Rhein bei Bonn mit Blick zum Siebengebirge. (Fotos: Schmiedel)

Januar / Februar 2009




Der Rhein ist außer der Donau der größte Fluss West- und Mitteleuropas, sein Name geht auf das keltische Wort für "Fluss" zurück, seine Ufer tragen die Spuren von Kelten, Germanen, Römern, Hunnen, Deutschen, Franzosen, Niederländern, Schweizern, Engländern, Italienern, Türken, Afrikanern, Amerikanern, Asiaten, Australiern und Menschen aus vielen Gegenden unseres Planeten, die hier durchzogen, siedelten, kämpften, Waren transportierten, Handel trieben, aßen und tranken und dabei den Rhein schrecklich oder herrlich fanden, aber wohl selten ihm gleichgültig gegenüber waren. Und so ist es noch heute, und so soll es auch sein. Nun ja, das Kämpfen, das können sie ruhig sein lassen, lieber sollen sie kommen, gucken, sich freuen und das Leben genießen. (MAS)

 

 


Beethovendenkmal mit Lachmöwe in Bonn (Fotos: Schmiedel)

Januar 2009

 








Auf Deutsch sagt man zu jemandem, der etwas Verrücktes sagt oder tut: „Du hast einen Vogel.“ So mancher Mensch hat in den Augen seiner Zeitgenossen einen Vogel, in den Augen späterer Generationen aber hatte er einen Genius. Der Wert einer Sache hängt in der Regel von der Perspektive ab, was für den einen Krach ist, ist für einen anderen Musik. Als ich dieses Foto machte, sagte ein Mann zu mir (sinngemäß): „Gucken Sie, der Beethoven hat einen Hermelin um.“ Ja, des einen Schnee ist des anderen Hermelin. Ich antwortete: „Ja, und der Heilige Geist sitzt auf seinem Kopf.“ „Vielleicht flüstert er ihm eine neue Symphonie ein“, meinte der Mann. (MAS)

Der Weihnachtsmarkt, die ev. Kreuzkirche und die röm.-kath. Münsterbasilika in Bonn.
Der Bonner Weihnachtsmarkt von der anderen Seite aus. (Fotos: Schmiedel)

Dezember 2008 / Januar 2009

 

 

 

An Weihnachten feiern Christen die Geburt Jesu Christi, die nach ihrem Glauben eine Zeitenwende darstellt. Deswegen wurde das Fest in die Zeit der Wintersonnenwende gelegt, so dass die ab dann wieder länger werdenden Tage die spirituelle Helligkeit des Reiches Gottes symbolisieren. Auch Nichtchristen können mit dieser Symbolik etwas anfangen, wenn sie wollen, und mit ihr die Hoffnung auf eine bessere Welt aufrecht erhalten und sich von dem Licht leiten lassen, damit sie nicht im Labyrinth der Tagesgeschäfte dieses Ziel aus den Augen verlieren. In diesem Sinne wünschen wir aus Bonn in alle Welt ein frohes Weihnachtsfest und eine gute Sonnen- und Jahreswende! (MAS)

 

Die Thomas-Mann-Straße 1 in Bonn (Foto @ Schmiedel)

November / Dezember 2008

Wer uns nicht nur digital und virtuell, sondern leibhaftig begegnen möchte, findet uns in diesem Haus im dritten Stock, drei Etagen über einem China-Restaurant mit Mongolen-Grill. Wussten Sie übrigens, dass die deutscheste aller Speisen, der Sauerkraut, durch die Mongolen herein gebracht wurde? Also wenn wir Deutschen nur auf uns allein gestellt wären, hätten wir noch nicht mal Sauerkraut. In diesem Sinne: Kommen Sie uns besuchen und bereichern Sie uns mit dem, was Ihre Kultur zu bieten hat. (MAS)

 

Die neue Bonner Synagoge (Foto @ Schmiedel)

November 2008

Menschen wollen in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben. Dazu gehört auch der Wunsch nach freier Religionsausübung. Vor 70 Jahren wurde den Juden in Deutschland dieses Recht verwehrt und ihre Synagogen wurden zerstört. Von der Verwehrung auf freie Religionsausübung ist es nur ein kleiner Schritt zur Verwehrung des Rechtes auf Leben. Heute sind wir hoffentlich weiter und empfinden Synagogen, Moscheen, Tempel, Kirchen und die Menschen, die ihn ihnen ihren Glauben praktizieren, als Bereicherung für unsere Städte. (MAS)

Lesen Sie dazu auch den Artikel ...hier.

 

Straßenmusiker auf dem TFF Rudolstadt 2007 (Foto @ Schmiedel)

Oktober 2008

Was wären unsere Städte ohne Straßenmusiker? Angenehm ruhig oder langweilig stumm? Straßenmusiker sind Wanderer. Sie treten heute hier und morgen dort auf, mal am Samstagmorgen in der Fußgängzone, dann auch mal als Randprogramm auf einem Festival, wie auf diesem Foto auf dem Tanz&Folk Fest in Rudolstadt in Thüringen. Was wäre die Welt ohne Wanderer? (MAS)

 

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